Am 31. Juli 2026 hat unser gesamtes Praxisteam einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Durchgeführt wurde die Schulung vom Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg e.V. Ziel war es, vorhandenes Wissen aufzufrischen, neue Erkenntnisse mitzunehmen und vor allem eines zu trainieren: das Zusammenspiel im Team, wenn es schnell gehen muss. Diese Schulung wiederholen wir alle zwei Jahre.
* Diese Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Sollten Sie Symptome oder gesundheitliche Probleme haben, suchen Sie bitte persönlich einen Arzt auf oder wenden Sie sich an den Notruf.
Warum ein Erste-Hilfe-Kurs in der Zahnarztpraxis wichtig ist
Medizinische Notfälle sind in einer Zahnarztpraxis selten – ausgeschlossen sind sie nicht. Vor oder während einer Behandlung können Kreislaufreaktionen auftreten, allergische Reaktionen auf Medikamente oder Betäubungsmittel, oder eine bestehende Grunderkrankung macht sich bemerkbar. Hinzu kommt, dass viele Menschen beim Zahnarzt angespannt sind – und Anspannung kann körperliche Reaktionen verstärken.
Für Sie bedeutet das vor allem eines: Wenn wir vor der Behandlung nach Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenten fragen, ist das kein Formalismus. Diese Angaben sind die Grundlage dafür, dass wir eine Reaktion früh richtig einordnen können. Bitte informieren Sie uns auch, wenn sich seit Ihrem letzten Termin etwas geändert hat – zum Beispiel bei Ihrem nächsten Termin zur Vorsorgeuntersuchung.
Diese Notfälle haben wir trainiert
Im Kurs ging es um die Situationen, die in einer Praxis am ehesten auftreten können:
- Kreislauf und Blutdruck – Schwindel, Blässe, kalter Schweiß bis hin zu einer kurzen Bewusstlosigkeit. Der häufigste Zwischenfall im Behandlungsstuhl – meist harmlos, aber immer abklärungsbedürftig.
- Allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock – von Hautrötung und Juckreiz bis zu Atemnot und Kreislaufversagen. Hier entscheiden Minuten.
- Atemnot – ausgelöst etwa durch Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine akute Stressreaktion.
- Herzinfarkt und Schlaganfall – Situationen, in denen nicht abgewartet, sondern sofort der Rettungsdienst verständigt wird.
- Unter- und Überzuckerung – vor allem für Patientinnen und Patienten mit Diabetes relevant.
Uns ging es dabei weniger um Lehrbuchwissen als um zwei praktische Fragen: Woran erkennen wir es früh genug? Und was tun wir in den ersten Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft?
Im Ernstfall zählt das Zusammenspiel im Team
Ein wesentlicher Teil des Kurstages war nicht medizinisch, sondern organisatorisch. In einem medizinischen Notfall entscheidet nicht nur das fachliche Wissen über den weiteren Verlauf, sondern ebenso Ruhe, klare Kommunikation und ein strukturiertes Vorgehen im Team.
Wir haben deshalb die Aufgabenverteilung geübt. Ein Teil des Teams bleibt bei der Patientin oder dem Patienten, spricht sie an, kontrolliert Bewusstsein und Atmung. Eine weitere Person alarmiert den Rettungsdienst und bereitet, wenn nötig, vorhandene Notfallmedikamente vor. Was auf dem Papier banal klingt, ist im Ernstfall der Unterschied zwischen Hektik und einem ruhigen, geordneten Ablauf.
Auch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Notruf haben wir eindeutig beantwortet: lieber einmal zu früh als einmal zu spät. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot, starken Brustschmerzen, Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt, Krampfanfällen oder schweren allergischen Reaktionen wird sofort die 112 gewählt.
Praktische Übungen: von der stabilen Seitenlage bis zur Wiederbelebung
Auf den theoretischen Teil folgte der praktische Teil. Geübt haben wir unter anderem:
- die Notfallstelle absichern
- Betroffene ansprechen und das Bewusstsein prüfen
- die Atmung kontrollieren
- die stabile Seitenlage
- die Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Übungspuppe
- die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators (AED) an einem Übungsgerät
Gerade dieser Teil hat gezeigt, warum regelmäßige Wiederholungen so wichtig sind. Handgriffe, die man nur einmal gesehen hat, sitzen nicht. Handgriffe, die man regelmäßig übt, funktionieren auch unter Anspannung. Genau deshalb frischen wir den offiziellen DGUV-Erste-Hilfe-Kurs alle zwei Jahre auf.
Was das für Sie als Patientin oder Patient bedeutet
Ganz konkret: Wenn Ihnen während einer Behandlung unwohl wird, sagen Sie es uns bitte sofort – auch wenn es Ihnen im ersten Moment unangenehm erscheint. Für uns ist das keine Störung, sondern genau die Information, die wir brauchen.
Das bedeutet auch: Gerade bei längeren Eingriffen – etwa in der Chirurgie oder Implantologie – werden Sie von einem Team betreut, das nicht nur den Eingriff selbst sicher beherrscht, sondern auch auf mögliche Notfälle vorbereitet ist und im Ernstfall schnell und routiniert handelt.
Vielen Dank an den ASB Baden-Württemberg
Unser Dank gilt dem Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg e.V. Trotz kurzfristiger personeller Ausfälle wurde der Kurs möglich gemacht und in einer angenehmen, entspannten Atmosphäre durchgeführt. Beeindruckt haben uns besonders die Flexibilität, die Kundenorientierung und die praxisnahen Beispiele, die den Schulungstag durchgehend verständlich gemacht haben.
Den Abend haben wir anschließend gemeinsam ausklingen lassen – ein Tag, der fachlich viel gebracht und ganz nebenbei den Zusammenhalt im Team gestärkt hat. Wer Lust hat, in einem solchen Team zu arbeiten, findet unsere offenen Stellen unter Karriere.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn mir während der Behandlung schlecht wird?
Sagen Sie uns sofort Bescheid. Wir unterbrechen die Behandlung, lagern Sie entsprechend und beobachten Sie. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose Kreislaufreaktion, die nach kurzer Zeit vorübergeht. Wir prüfen aber in jedem Fall, ob eine andere Ursache dahintersteckt.
Warum fragt das Team vor der Behandlung nach Medikamenten und Vorerkrankungen?
Weil diese Angaben mitentscheiden, wie wir behandeln – und weil sie uns helfen, eine ungewöhnliche Reaktion richtig einzuordnen. Bitte informieren Sie uns auch, wenn sich etwas geändert hat.
Wie oft frischt Ihr Team die Erste-Hilfe-Kenntnisse auf?
Das interne Notfalltraining findet jährlich statt. Zusätzlich absolviert das Praxisteam alle zwei Jahre eine DGUV-anerkannte Erste-Hilfe-Fortbildung. Die letzte Schulung fand am 31. Juli 2026 statt.




